Tabelle 1: Reichweite der Energierohstoffe

Die wichtigsten Brennstoffe:
Heizöl: Zum Heizen zu schade
Heizöl ist neben Erdgas der meist verwendete Brennstoff im privaten Haushalt. Heizöl ist nicht
leistungsgebunden, gut speicherbar und vergleichsweise preisgünstig.
Nachteil: Die Wartung der Brenner, sowie die Lagerhaltung sind relativ aufwändig. Es muss
absolut sichergestellt sein, dass kein Tropfen ins Erdreich bzw. Grundwasser gelangen kann; dies gilt für Erd- bzw. Kellertanks. Bis zu 5.000 Liter Heizöl dürfen unter Beachtung bestimmter
baulicher Voraussetzungen im Heizraum gelagert werden. Bei der Lagerung außerhalb des Gebäudes muss sichergestellt sein, dass der Tank und die Zuleitungen keinen Temperaturen
unter +2°C ausgesetzt werden; denn sonst könnte Paraffin entstehen, dass zu Störungen der Heizungsanlagen führt und sich erst bei Temperaturen um 50°C wieder auflöst.
Kunden können heute in der Regel zwischen verschiedenen Qualitäten wählen die alle
mindestens die Anforderungen der DIN 51603-1 erfüllen müssen.
- Standart-Heizöl EL (Extra Leicht)
- Stabilitätsverbessertes Heizöl
- Schwefelarmes Heizöl
Erdgas: Brennt sauber
Erdgas hat erheblich an Bedeutung gewonnen und das Erdgasnetz wurde in den letzten Jahren
stetig ausgebaut. Zu den Pluspunkten beim Umweltschutz zählen die relativ schadstoffarme Verbrennung, die geringen Wartungskosten sowie der geringe Platzbedarf der
Wärmeerzeuger. Der Lagerraum entfällt. Als Minuspunkte gelten die im Vergleich zum Heizöl meist höheren Erdgastarife sowie die Höhe der Hausanschlusskosten, die vom Gasversorger abhängen.
Erdgas enthält im Vergleich zum Heizöl keinen Schwefel. Der Ausstoß der Schadstoffe
Kohlenmonoxid und Stickoxide wird wesentlich von der verwendeten Brennerkonstruktion bestimmt; dies gilt für öl- und gasbefeuerte Anlagen. Bei korrekter Installation der Gasanlage
und Absicherung der Gasgeräte gibt es keine Sicherheitsbedenken. Zudem ist dem Erdgas ein starker Geruchsstoff beigemengt, der selbst beim Austreten geringster Mengen sofort wahrgenommen werden kann.
Flüssiggas: Kommt teuer
Flüssiggas fällt in Deutschland in erster Linie bei der Erdölraffinierung an. Es wird vor allem in
Regionen ohne Erdgasversorgung eingesetzt, aber auch in machen Kurorten und Wasserschutzgebieten, wo z.B. die Energieträger Heizöl oder Kohle nur eingeschränkt
zulässig sind. Bei der Umweltverträglichkeit ist Flüssiggas weitgehend mit Erdgas vergleichbar. Pluspunkt gegenüber Heizöl: Flüssiggas ist schwefelfrei und verbrennt
schadstoffarm (außer Kohlendioxid). Negativ sind die hohen Brennstoffkosten sowie die Lager- und Wartungskosten des Gastanks.
Flüssiggas darf im Gegensatz zu Heizöl nicht in größeren Mengen innerhalb von Gebäuden gelagert werden.
Flüssiggas kostet meist 50 – 100% mehr als Heizöl und Erdgas und dient deshalb oft nur als
Übergangslösung bis zum Erdgasanschluss zumal die Umstellung technisch sehr einfach ist. Doch Vorsicht: Juristisch kann es Ärger geben, sich auf einen langfristigen Knebelvertrag
einzulassen, mit dem manche Flüssiggashändler ihre Kunden bis zu 10 Jahren an sich fesseln und eine vorzeitige Kündigung zu vertretbaren Kosten unterbinden.
Kohle: nicht zeitgemäß
Festbrennstoffe wie Kohle oder Koks als alleinige Energieträger finden meist nur noch in
Großfeuerungsanlagen Verwendung. Durch den Übergang zur Zentralheizung haben sie in Privathäusern und –wohnungen an Bedeutung verloren. Und das ist auch gut so; denn
Kohlefeuerungen sind bedienungsaufwändig und belasten die Umwelt erheblich mehr als andere Brennstoffe.
Strom: hohe Verluste
Elektrischer Strom ist der hochwertigste Energieträger, der sich nicht nur zur Wärmeerzeugung,
sondern auch zum Antrieb von Maschinen, für elektronische Geräte und zur Beleuchtung einsetzen lässt. In Deutschland wird Strom überwiegend in Kohle-/ Atomkraftwerken mit hohen
Verlusten produziert. Der Wirkungsgrad konventioneller Großkraftwerke liegt lediglich bei 30 bis 40%, während der Rest als Abwärme verloren geht. Effizienter arbeiten GuD-Kraftwerke
(Gas- und Dampf-Kraftwerke) mit einem Wirkungsgrad von nahezu 50%.
Nur etwa 10% des Stroms wird in “Kraft-Wärme-Kopplung” erzeugt: Hier wird die Abwärme
weitgehend über Nah- und Fernwärmeleitung zu der Behizung von Gebäuden genutzt. Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung erreichen Wirkungsgrade von 80-90%. Auch kleine
Blockheizkraftwerke (BHKW) fallen darunter, bei denen der Brennstoff (meist Erdgas oder Heizöl) einen Motor antreibt, der dafür sorgt dass über einen angeschlossenen Generator
Strom in das häusliche Netz eingespeist werden kann. Die Motorabwärme wird auch für die Beheizung des Hauses genutzt.
In Einfamilienhäusern ist der Einsatz von BHKW zur Zeit wirtschaftlich nicht sinnvoll, da der
überschüssiger Strom zu niedrig vergütet wird und die BHKW zu geringe Laufzeiten haben, beispielsweise wegen des Stillstands in der Sommerzeit, in der gar keine oder fast gar keine
Wärme benötigt wird. Zur Versorgung von Siedlungen oder Mehrfamilienhäusern sind Blockheizkraftwerke aber sinnvoll und wegen der hohen Primärenergieausnutzung auch sehr
wünschenswert. Eine Kombination mit Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung bringt meist nichts, da die Solaranlagen die Laufzeiten der BHKW einschränken und den
wirtschaftlichen Betrieb damit weitestgehend unmöglich machen.
Etwa 9% des Stromes kommen gegenwärtig in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen
(Tendenz steigend): Aus Wasser 5% und Wind 3% sowie Biomasse und Fotovoltaik 1%. Während das Wasserkraftpotential in Deutschland weitegehen erschöpft ist, gibt es bei
Windkraft-, Biomasse- und Fotovoltaikanlagen rasante Wachstumsraten.
Strom ist angesichts seiner vielseitigen Verwendbarkeit und seines meist schlechten
Wirkungsgrades zum Heizen zu kostbar. Eine Ausnahme können elektrische Wärmepumpen bilden, die mit Hilfe Strom Umgebungswärme nutzbar machen. Optimale Wärmepumpen
produzieren aus 1kWh Strom mehr als 3,5 kWh Wärme und kompensieren damit Kraftwerksverluste.
Nah-/Fernwärme
Fernwärme zur Gebäudeheizung ist häufig nur in städtischen Ballungsräumen vorhanden.
Meist stammt die Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung oder industrielle Abwärme. Hierbei tragen die klassischen Energieträger Kohle, Gas und Öl im Heizkraftwerk nicht nur zur
Stromerzeugung bei; die dabei entstehende Abwärme wird vielmehr zu Heizzwecken bzw. zur Warmwassererzeugung genutzt. Vorteilhaft sind die sehr günstige Primärenergieausnutzung
und die geringen Wartungskosten für die Hausstation. Nachteilig sind oft höhere Energiekosten und die zum Teil hohen Anschlussgebühren.
Nahwärme sollte nach unserer Meinung im Vergleich zu herkömmlichen großen
Kraftwerkseinheiten beim Stromerzeugungskonzept und der Beheizung kleinerer Einheiten (Mehrfamilienhäuser, kleine Siedlungen) durch BHKW eine wichtigere Rolle spielen.
Holz: Wächst nach
Holz ist Gegensatz zu den fossilen Brennstoffen (Kohle, Gas, Öl) ein nachwachsender Rohstoff
und gespeicherte Sonnenenergie. Bei der Verbrennung entsteht nur so viel Co2 wie vorher von den Bäumen aufgenommen wurde. Diese Menge würde auch bei der Verrottung im Wald
freigesetzt werden. Solange nicht mehr Holz geschlagen wird als nachwächst, gibt es einen geschlossenen Kreislauf. Von dem verfeuerten Holz bleiben bei guter Verbrennung nur etwas
3% als Asche übrig, sodass der Aschekasten – im Gegensatz zu Kohleheizung – nur selten entleert werden muss. Holzasche kann zudem als Dünger oder eingesetzt oder kompostiert werden.
Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz darf nur naturbelassenes und trockenes Holz (also
ohne Lack oder Holzschutz) verfeuert werden. Es sollte nach dem Schlagen des Baumes möglichst bald verkleinert und mindestens zwei Jahre luftig gelagert werden. Der Umfang der
Holzscheite sollte 25-30cm möglichst nicht überschreiten, da Holz sonst schlecht trocknet und die Verbrennung nicht mehr Schadstoffarm verläuft.
In letzter Zeit haben sich Holzpellet-Feuerungen fast explosionsartig verbreitet. Die aus
Holzabfällen hergestellten, zylinderförmigen Pellets sind etwa 8mm stark und 10 bis 30mm lang. Sie werden in Säcken geliefert oder mit dem Tankwagen in kleine Silos gepumpt, aus
denen die dann über eine Schnecke oder mit einem Gebläse direkt zum Kessel oder Ofen befördert werden. Die Fördermenge wird über den Wärmebedarf geregelt. Der Schadstoffausstoß ist relativ gering.
Die vollautomatischen Holzfeuerungen lassen sich gut mit Solaranlagen kombinieren, die in
den Sommermonaten die Warmwasserbereitung komplett übernehmen, sodass die Holzfeuerungen nur noch im Winter gebraucht werden. Für die Installation von Holzfeuerungs-
und Solaranlagen gibt es Zuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft in Eschborn.
Dies ist nur eine kleine Übersicht über verschiedene Energieträger. Die Möglichkeiten und
auch die Kombinationsmöglichkeiten sind noch wesentlich umfangreicher. Verschiedene energetische Konzepte, evtl. in Verbindung mit einer Energiesparberatung vor Ort, kann man
auch gerne in einem persönlichen Gespräch erarbeiten.
In Tabelle 1 sind die Emissionen der “ klassischen” Schadstoffe dargestellt. Sie konnten bei
den herkömmlichen Feuerungen durch technische Verbesserungen stark reduziert werden. Bei den Biomassenanlagen – das sind die letzten drei Zeilen in der Tabelle – sind die Emissionen
der Luftschadstoffe (noch) relativ hoch; hier hat der technische Fortschritt gerade erst begonnen.
Tabelle 2: Schadstoffemissionen verschiedener Heizsysteme (nach GEMIS 4.07)

Zur Tabelle: CO2 = Kohlendioxid-Äquivalent; NOX = Stickoxid; SO2 = Schwefeldioxid-Äquivalent;
CO = Kohlenmonoxid
Wirkungsgrade und Preisvergleich
Bei der Verbrennung von Kohle, Heizöl, Erdgas und Holz entstehen als wichtigste
Verbrennungsprodukte Kohlendioxid und Wasser, wobei der Wasseranteil bei Erdgas und Holz im Vergleich zu den übrigen Brennstoffen besonders groß ist.
Das Wasser existiert zunächst in Form von Wasserdampf in den Abgasen. Unterschreitet das
Abgas die Taupunkttemperatur (53°C bei Erdgas- bzw. 47°C bei Heizölabgasen), kondensiert das Wasser.
In den früheren Jahrzehnten bestanden die Heizkessel nur aus einfachem Stahl oder Guss und
die Schornsteine waren gemauert. Wenn in solchen Systemen die Taupunkttemperatur unterschritten und damit Wasserdampf freigesetzt wurde, ging der Kessel kaputt oder der
Schornstein durchfeuchtete und/oder versottete. Um solche Schäden zu vermeiden, wurden die Abgase mit weit mehr als 120°C in den Schornstein geschickt, damit sie auch in der
Schornsteinspitze noch warm genug ankamen. Dadurch wurde natürlich sehr viel Energie verschenkt – aber die Energie war damals ja auch noch billiger.
Heute ist Energie relativ teuer; doch dafür stehen uns Materialien wie Kunststoff und Edelstahl
zur Verfügung. Moderne Kessel (Brennwertkessel) kühlen die Abgase von Heizöl und Erdgas soweit wie möglich ab, um möglichst viel Nutzwärme zu gewinnen, wobei auch der Taupunkt
unterschritten werden darf und sollte. Das dabei entstehende Kondenswasser wird in Kanalisation abgeleitet. Beim Heizöl muss es allerdings vorher neutralisiert werden, da es Schwefelsäure enthält.
Die beiden folgenden Begriffe stehen üblicherweise für die Menge an Wärme, die bei der Verbrennung entsteht.
- Heizwert (oder Hu = unterer Heizwert) bezeichnet die Wärmemenge, die bei der vollständigen
Verbrennung ohne die im Wasserdampf enthaltene Wärmemenge entsteht – also wenn das Abgas bis auf den Taupunkt abgekühlt wird. Darunter beginnt Wasserdampf zu kondensieren.
- Brennwert (oder Ho = oberer Heizwert) bezeichnet die Wärmemenge einschließlich der
Verdampfungswärme des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes ( Brennwertkessel). Beim Erdgas entspricht dies der Wärmemenge, die bei der Verbrennung entsteht, wenn das Abgas
bis auf die Raumtemperatur (20°C) abgekühlt wird. Beim Erdgas ist der Brennwert etwa 11% größer als der Heizwert.
- Der Heizwert eines Stoffes ist also immer geringer als der Brennwert. Bei der Verbrennung von
Erdgas entsteht besonders viel Wasser durch die Abkühlung, nämlich rund 1 Liter pro m³ Gas. Der Heizwert entspricht der Wärmemenge, die man in kunststoff- und edelstahlfreien Zeiten
dem Brennstoff maximal entziehen konnte. Der Wirkungsgrad von Heizkesseln bezog sich auf diesen Heizwert. Typisch für herkömmlich gute Heizkessel sind Wirkungsgrade von ca. 90%
bezogen auf den Heizwert – im Vergleich von bis zu 108% von Brennwertkesseln.
Die Definition des Wirkungsgrades, die sich auf den Heizwert bezieht, ist sehr unglücklich und
führt zu vielen Irritationen. Aus heutiger Sicht sollte dieser veraltete Begriff abgeschafft werden. Bezieht man den Wirkungsgrad allerdings auf den Brennwert, dann stimmt die Physik und
Brennwertkessel erreichen Wirkungsgrade um 90-95%, während herkömmliche Kessel bei 80% liegen.
Tabelle 3: Heizwerte, Brennwerte und Preise

Zur Tabelle 3: Preise inkl. Mehrwertsteuer und Grundgebühr bei Abnahme von 20.000 kWh, ermittelt im
Juni 2001 in Oldenburg. Die Preise beziehen sich auf den Brennwert. Bei (Stück-)Holz wird ein Preis von 60€ je Raummeter ofenfertiges Holz angesetzt.
Bei Holzpellets sind die Preise stark von der Entfernung zum Pellethersteller abhängig. Pellets
per Tankwagen kosten frei Haus zwischen 140 und 220€ pro Tonne oder zwischen 2,9 und 4,4 Cent pro kWh. Sackware wird für 250€ pro Tonne oder 5,2 Cent pro kWh geliefert.
Es ist zu begrüßen, dass viele Gasversorger inzwischen für ihr Gas nur noch Brennwerte
angeben; auch beim Heizöl dürfte sich allmählich der neuere Begriff durchsetzen.
Bei Erdgas gibt es zwei Sorten – je nachdem wo das Erdgas gefördert wird. Beide Sorten sind
gleichwertig. Ihr Gasversorger kann Ihnen sagen, welche Sorte er Ihnen liefert.
Für Holz und Holzpellets gibt es derzeit noch keine Kessel, die den Brennwert nutzen, weil bei
der Verbrennung Staub entsteht, der in Verbindung mit Wasser sehr schnell die Wärmetauscher verschmutzt; die neuen Kessel sind noch in der Entwicklung.
Preisangaben sind bekanntlich meist schnell veraltet. Doch die Preise der meisten
Energieträger passen sich erfahrungsgemäß rasch den Trends am Heizölmarkt an, so dass die Relationen gleich bleiben. Der Preisvergleich sollte natürlich nicht allein auf die
Energieträger beschränkt bleiben, sondern auch die Anschlüsse bzw. Tankkosten mit einbeziehen.
Tabelle 4: Anschluss bzw. Tankkosten

Zur Tabelle 4: Die Preise sind regional und je nach Anbieter unterschiedlich
Tabelle 5: Investitionskosten bei unterschiedlichen Heizsystemen

Zur Tabelle 5: Investitionskosten verschiedener Heizsysteme für ein Einfamilienhaus mit ca. 130m²
Wohnfläche, Neubau, 4-Personen-Haushalt, Wärmebedarf nach Energieeinsparverordnung. In den Preisen sind Heizflächen und Wärmeverteilung sowie Gasanschluss bzw. Öltank ebenso wenig
berücksichtigt wie evtl. Zuschüsse: Für Solaranlagen gibt es die Ökozulage vom Bundsamt für Wirtschaft oder vom Finanzamt.
Auch für Wärmepumpen gibt es die Ökozulage vom Finanzamt und/oder Gelder von einigen
Elektrizitätsversorgern.